Kunstausstellung

Das Porträt neu erfinden

Ich porträtiere Menschen in dem, was sie tun. Eine wiederkehrende Bewegung, ein Reflex, eine Art, mit Widerständen umzugehen. Ich nenne das einen Move: die Art und Weise, wie sich jemand durchs Leben bewegt. Zehn Porträts halten diese Schönheiten fest.

Ein Betrachter beugt sich zu den Vitrinen im Bunker West
Human Resources, Bunker West, Berlin, 25. Juni 2026.
Bärbel mit Familie und Freunden bei einer Feier, mit Partyhüten und Fotorequisiten
Bärbel, die Zweite von links, mit Kussmund.

Warum ich Kunst mache

Was bleibt von Bärbel?

Auf der Beerdigung meiner Freundin Bärbel fielen die Worte, sie sei jetzt in den Wolken, in den Gräsern. Meine Tochter Alma widersprach: „Ich sehe Bärbel da nicht.“

Aber wo können wir Bärbel sehen, jetzt, wo sie tot ist?

Bärbel hatte in ihrem Leben viel Schweres.
Sie wollte nicht darin graben, lieber sich um das Lebendige kümmern.
So habe ich sie immer von meinem Fenster aus gesehen, im Garten.

Der Blume ist der Dreck egal.

Auf Bärbels Beerdigung hätte ich gerne ein Bild von ihr gezeichnet, aber ich fand die Worte nicht.

Sechs, sieben Monate später erschien mir ein Bild von ihr: ein goldenes Schiffchen.

Leben hieß für sie auch überleben, Machen auch weitermachen.

Ich taufte diesen Move: Schutzschicht.

Er lehrt mich: Mein kleines Leben navigieren und schützen.

„Ach, Philipp“, hättest du gesagt und gelacht, „du machst Sachen“.

Dabei sind wir es, Bärbel.

Das Meer war immer schon ein Weg.

Das goldene Papierschiffchen, HR-PC-01, auf Walnuss vor blauem Samt
Schutzschicht, HR-PC-01: Mein Porträt von Bärbel.

Wie ein Kunstwerk entsteht

Moves und Material

Einen Move zu sehen und freizulegen braucht Zeit. Ich arbeite an einem Move, bis ich ihn habe. Und er mich. Wenn er bleibt, gebe ich ihm eine Form, kreiere ihn neu. Und stecke ihn in meine kleine Sammlung menschlicher Ressourcen.

Vergoldung eines Gorillas in der Werkstatt
In der Werkstatt: Jeder Move wird mit 24 Karat Gold konserviert.

Berlin, New York

Hoch hängen

Meine Großmutter hat einmal ein Aquarell gerettet, das ich als Kind gemalt hatte. Sie hat es vom Boden aufgehoben, gerahmt und an die Wand gehängt. Ich nenne diesen Move Erheben.

Kunst braucht genau diese Geste: Schaut her, das ist wichtig.

Nächste Station New York.

Ausstellungsraum im Bunker West mit den zehn Vitrinen
Bunker West, Berlin, 25. Juni 2026: die zehn Werke im Raum

Human Resources: A Private Collection

Werke

  1. Schutzschicht, HR-PC-01, in der VitrineHR-PC-01SchutzschichtGesehen bei Bärbel
  2. Tierchenphilosophie, HR-PC-02, in der VitrineHR-PC-02TierchenphilosophieGesehen bei Jill
  3. Alles nur Möglichkeiten, HR-PC-03, in der VitrineHR-PC-03Alles nur MöglichkeitenGesehen bei Reinhold
  4. Elevation, HR-PC-04, in der VitrineHR-PC-04ElevationGesehen bei Elvira
  5. Hand Gottes, HR-PC-05, in der VitrineHR-PC-05Hand GottesGesehen bei Familie Erlach
  6. Sich nicht anzünden lassen, HR-PC-06, in der VitrineHR-PC-06Sich nicht anzünden lassenGesehen bei Frau Ammann
  7. Hang-Up, HR-PC-07, in der VitrineHR-PC-07Hang-UpGesehen bei Florian
  8. Dabei bleiben, HR-PC-08, in der VitrineHR-PC-08Dabei bleibenGesehen bei Monika
  9. Akzeptanz schaffen, HR-PC-09, in der VitrineHR-PC-09Akzeptanz schaffenGesehen bei Josef
  10. Schnapsidee, HR-PC-10, in der VitrineHR-PC-10SchnapsideeGesehen bei Reina und Jörg
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